Outdoor-Sofas: Polster, Bezug und was Regen ausmacht

Moderne Outdoor-Lounge am Pool

Ein Outdoor-Sofa steht im Sommer auf der Terrasse, im Herbst bei Regen und im Winter oft ungeschützt. Die Frage ist nicht, ob es nass wird, sondern wie schnell es trocknet und ob Polster und Bezug Schaden nehmen. Wer ein Sofa für draußen wählt, muss wissen, welche Materialien Feuchtigkeit vertragen, wie Polsterkerne reagieren und wann eine Abdeckung sinnvoll ist. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Bezugsstoffen, Polsterung und Pflege ankommt.

Welche Bezugsstoffe für draußen geeignet sind

Outdoor-Bezüge bestehen meist aus Polyacryl oder Polyester mit Beschichtung. Polyacryl ist spinnfarbig, das heißt, die Farbe sitzt im Garn und bleicht kaum aus. Das Material trocknet schnell, weil es kaum Wasser aufnimmt. Polyester mit PVC- oder Polyurethan-Beschichtung ist dichter, fühlt sich aber weniger textil an. Beide Varianten halten UV-Strahlung stand, ohne nach einer Saison auszubleichen. Baumwolle oder Leinen sind für Außenmöbel ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit speichern und Stockflecken bilden.

Hochwertige Outdoor-Stoffe haben eine Wassersäule von 300 bis 500 Millimetern. Das reicht, damit Regen abperlt, aber Luft zirkuliert. Ein vollständig wasserdichter Bezug würde Kondenswasser einschließen und das Polster von innen durchfeuchten. Die Grammatur liegt meist zwischen 280 und 400 Gramm pro Quadratmeter. Leichtere Stoffe scheuern schneller durch, schwerere trocknen langsamer.

Wie Polsterkerne auf Nässe reagieren

Der Kern eines Outdoor-Polsters besteht aus Schaumstoff mit offenen Zellen oder aus Polyesterfasern. Offenzelliger Schaumstoff lässt Wasser durch und gibt es nach unten ab. Er trocknet in zwei bis vier Stunden, wenn Luft von allen Seiten rankommt. Geschlossenzellige Schäume, wie sie in Innenmöbeln üblich sind, saugen sich voll und brauchen Tage zum Trocknen. Polyesterfasern nehmen kaum Wasser auf, geben aber die Form schneller auf als Schaumstoff.

Manche Hersteller setzen auf Schnelltrockner-Schäume mit Drainage-Kanälen. Diese Kerne haben Rillen oder Löcher, durch die Wasser abfließt. Sie wiegen weniger und trocknen in ein bis zwei Stunden. Der Nachteil ist ein etwas härteres Sitzgefühl. Für Regionen mit häufigem Niederschlag ist diese Bauart die bessere Wahl.

Was bei Regen passiert und wann es kritisch wird

Ein kurzer Schauer macht einem Outdoor-Sofa nichts aus. Der Bezug perlt ab, das Polster nimmt wenig Wasser auf, und nach zwei Stunden Sonne ist die Oberfläche trocken. Kritisch wird es bei mehrtägigem Regen ohne Trocknungsphase. Dann kann sich Feuchtigkeit im Polster stauen, besonders wenn das Sofa auf einem geschlossenen Untergrund steht. Wasser, das nicht abfließen kann, führt zu Stockflecken und Geruch.

Problematisch sind auch Nächte mit Tau. Die Feuchtigkeit setzt sich auf dem Bezug ab und zieht langsam ein. Über Wochen summiert sich das, auch wenn es tagsüber trocken ist. Ein Sofa sollte deshalb auf einem Untergrund mit Abstand zum Boden stehen, damit Luft von unten zirkuliert. Füße aus Aluminium oder Edelstahl mit mindestens acht Zentimeter Höhe sind Standard.

Wann eine Abdeckung sinnvoll ist

Eine Schutzhülle hält Regen ab, schließt aber auch Luft ein. Wer das Sofa abdeckt, während es noch feucht ist, riskiert Schimmel. Die Hülle sollte nur auf trockene Möbel kommen und an den Seiten Lüftungsschlitze haben. Für den Winter ist eine Abdeckung sinnvoll, weil sie Schnee und Frost abhält. Im Sommer reicht es meist, das Sofa freistehen zu lassen.

Manche Hersteller empfehlen, Polster bei längerem Regen ins Trockene zu bringen. Das ist praktikabel, wenn die Kissen abnehmbar sind und ein Lagerraum vorhanden ist. Fest gepolsterte Sofas bleiben draußen. Hier hilft es, die Sitzfläche leicht zu kippen, damit Wasser abläuft. Ein Brett oder Keil unter einer Seite genügt.

Richtwerte für Trocknungszeiten und Materialstärken

Material Trocknungszeit nach Regen Empfohlene Polsterstärke
Offenzelliger Schaumstoff 2 bis 4 Stunden 8 bis 12 cm
Schnelltrockner-Schaum 1 bis 2 Stunden 6 bis 10 cm
Polyesterfaser 3 bis 5 Stunden 10 bis 15 cm
Polyacryl-Bezug (300 g/m²) 30 bis 60 Minuten ,

Pflege und Reinigung nach Regenphasen

Nach einer längeren Regenperiode sollten Bezüge abgebürstet werden, um Blütenstaub und Schmutz zu entfernen. Eine weiche Bürste und klares Wasser reichen meist. Flecken lassen sich mit milder Seifenlauge behandeln. Hochdruckreiniger sind ungeeignet, weil sie die Imprägnierung beschädigen. Einmal im Jahr kann eine Nachimprägnierung mit Outdoor-Spray sinnvoll sein, wenn der Abperleffekt nachlässt.

Polster sollten nach starkem Regen hochkant gestellt werden, damit Wasser aus den Kernen läuft. Wer die Möglichkeit hat, stellt sie für ein bis zwei Tage in die Sonne oder an einen luftigen Ort. Riecht ein Polster muffig, hilft eine Mischung aus Wasser und Essig im Verhältnis zehn zu eins. Die Lösung wird aufgesprüht, nach zehn Minuten abgewischt und das Polster getrocknet.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Ein gutes Outdoor-Sofa hat abnehmbare Bezüge mit Reißverschlüssen. So lassen sich Polster separat trocknen und Bezüge waschen. Die Nähte sollten doppelt gesteppt und mit UV-beständigem Garn genäht sein. Gestelle aus Aluminium oder Edelstahl rosten nicht, Holz braucht regelmäßige Pflege. Füße mit Bodenschonern verhindern Kratzer auf Terrassenfliesen, sollten aber hoch genug sein, damit Wasser abfließt.

  • Bezug aus spinnfarbigem Polyacryl mit mindestens 300 g/m² Grammatur wählen
  • Polsterkern aus offenzelligem Schaumstoff oder Schnelltrockner-Schaum bevorzugen
  • Auf abnehmbare Bezüge und doppelt genähte Nähte achten
  • Füße mit mindestens acht Zentimeter Höhe für Luftzirkulation prüfen
  • Schutzhülle nur für Winter oder längere Abwesenheit nutzen

Passende Stücke finden Sie unter Outdoor-Sofas und Outdoor-Accessoires. Wie die Stücke gebaut sind, welche Maße es gibt und was die Lieferzeit bedeutet, steht auf Eichholtz Outdoor.

Häufige Fragen

Kann ein Outdoor-Sofa das ganze Jahr draußen bleiben?

Ja, wenn Bezug und Polster für Außennutzung ausgelegt sind. Im Winter ist eine atmungsaktive Schutzhülle empfehlenswert, um Schnee und Frost abzuhalten. Polster sollten trocken sein, bevor sie abgedeckt werden. In Regionen mit starkem Frost können Gestelle aus Aluminium oder Edelstahl besser geeignet sein als Holz.

Wie oft muss ein Outdoor-Bezug gewaschen werden?

Ein- bis zweimal pro Saison reicht bei normaler Nutzung. Flecken sollten sofort behandelt werden, bevor sie eintrocknen. Die meisten Bezüge können bei 30 Grad in der Maschine gewaschen werden, ohne Weichspüler. Vor dem Aufziehen müssen Bezug und Polster vollständig trocken sein.

Was tun, wenn das Polster nach Regen riecht?

Das Polster hochkant stellen und an einem luftigen Ort trocknen lassen. Eine Lösung aus zehn Teilen Wasser und einem Teil Essig aufsprühen, zehn Minuten einwirken lassen und abwischen. Danach vollständig trocknen. Bei hartnäckigem Geruch das Polster für mehrere Tage in die Sonne legen.

Sind Outdoor-Polster genauso bequem wie Innenmöbel?

Hochwertige Outdoor-Polster kommen nah an den Komfort von Innenmöbeln heran. Schnelltrockner-Schäume sind etwas fester, bieten aber guten Sitzkomfort. Polyesterfasern sind weicher, geben aber schneller nach. Die Polsterstärke sollte mindestens acht Zentimeter betragen, damit das Sitzgefühl nicht zu hart wird.