Bei Leder entscheidet nicht die Farbe über die Zufriedenheit, sondern die Zurichtung. Zwei Sessel können identisch aussehen und sich nach drei Jahren völlig unterschiedlich entwickelt haben. Der Unterschied liegt darin, wie stark die Oberfläche geschlossen wurde.
Die drei Zurichtungen
- Anilinleder. Nur durchgefärbt, ohne deckende Schicht. Es fühlt sich warm und offen an, zeigt die natürliche Narbung samt Insektenstichen und Falten, nimmt aber jeden Tropfen auf. Es entwickelt die schönste Patina und verzeiht am wenigsten.
- Semianilin. Leicht pigmentiert, also mit dünner Schutzschicht. Der Kompromiss, der in den meisten Wohnräumen richtig ist: noch weich und lebendig, aber unempfindlicher.
- Pigmentiert oder gedeckt. Mit geschlossener Farbschicht. Am gleichmäßigsten im Bild, am robustesten gegen Flecken, dafür weniger Tiefe. Das ist das Leder für stark benutzte Plätze.
Pull-up, Wachs und was „lebendig" heißt
Bei Pull-up- oder Wachsledern hellt sich die Farbe auf, wo das Leder gezogen wird, also an Kanten, Armlehnen und Falten. Das ist gewollt und gehört zum Charakter. Dasselbe gilt für Narbenunterschiede innerhalb eines Stücks: Eine Haut ist kein Stoff von der Rolle, Hals, Rücken und Flanke sehen verschieden aus. Wer eine völlig gleichmäßige Fläche will, ist bei pigmentiertem Leder oder bei Samt besser aufgehoben.
Pflege, die wirklich hilft
Das Wichtigste ist unspektakulär: regelmäßig entstauben, weil Staub in Verbindung mit Reibung wie Schleifpapier wirkt. Flecken sofort mit einem trockenen, saugfähigen Tuch aufnehmen, nicht reiben. Zwei- bis dreimal im Jahr eine Lederpflege auftragen, die zur Zurichtung passt; für Anilinleder gibt es andere Mittel als für pigmentiertes. Nicht geeignet sind Allzweckreiniger, Seife, Alkohol und Feuchttücher. Und der häufigste vermeidbare Schaden entsteht durch Sonne: direkte Einstrahlung bleicht Leder ungleichmäßig aus, deshalb Sessel nicht dauerhaft in die Sonnenachse stellen.
Leder im Objekt
In Hotel, Restaurant und Kanzlei zählt anderes als zu Hause. Dort ist pigmentiertes Leder fast immer die richtige Wahl, weil es sich abwischen lässt und über viele Stücke gleich aussieht. Entscheidend sind außerdem die Nähte an den Kanten von Esszimmerstühlen und Barhockern, denn dort scheuern Tischkanten und Fußstützen. Hinweise zur Auswahl im Objekt stehen unter Hotelausstattung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Anilin- und pigmentiertem Leder?
Anilinleder ist nur durchgefärbt, offenporig und sehr lebendig, nimmt aber Flüssigkeit auf. Pigmentiertes Leder hat eine geschlossene Farbschicht, ist gleichmäßiger und deutlich unempfindlicher.
Warum wird Leder an den Armlehnen heller?
Bei Pull-up- und Wachsledern hellt die Farbe dort auf, wo das Leder gezogen wird. Das ist Teil des Charakters und kein Fehler.
Welches Leder eignet sich für Hotel und Restaurant?
In der Regel pigmentiertes Leder, weil es abwischbar ist und über viele Stücke gleich aussieht. Auf die Nähte an Kanten achten, dort scheuern Tischkanten und Fußstützen.
Beratung durch einen autorisierten Händler
Casa Luxury ist die Interior-Welt eines etablierten, autorisierten Eichholtz-Fachhändlers. Wir sind im offiziellen Händlerverzeichnis der Marke gelistet und beraten zu Material, Ausführung und Lieferzeit, online sowie in unserem Showroom in Essen. Fragen zu einem bestimmten Stück beantworten wir unter info@casa-luxury.de.
Leder bei Eichholtz: Arten, Patina und Objekttauglichkeit: Modelle aus dem Programm
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