Designsessel: Formensprache, Gestell, Bezug

Designsessel: Formensprache, Gestell, Bezug

Ein Designsessel ist kein bequemerer Stuhl, sondern ein Möbel mit einer erkennbaren Haltung. Diese Seite ordnet die Formensprachen, erklärt die Gestelltypen und sagt, wie sich die gängigen Bezüge im Alltag verhalten.

Die vier Silhouetten

Fast jeder Sessel lässt sich einer von vier Grundformen zuordnen. Der Clubsessel ist tief, niedrig und breit, er zieht den Körper nach hinten. Der Ohrensessel schließt seitlich, er ist aufrecht und schirmt ab. Der Loungesessel liegt dazwischen, oft mit weit geöffnetem Winkel und flacher Rückenlehne. Der Schalensessel umfasst den Körper in einem Stück, meist ohne sichtbare Naht zwischen Sitz und Rücken. Wer sich für eine Form entscheidet, entscheidet damit über die Sitzhaltung, nicht nur über das Aussehen.

Gestell: Metall, Holz oder Drehteller

Ein Metallgestell trägt sichtbar und lässt den Korpus schweben, es passt zu Räumen, in denen es sonst wenig Glanz gibt. Ein Holzgestell verschwindet eher und wirkt wärmer. Der Drehteller ist die dritte Bauart und der praktischste: er löst die Frage, ob der Sessel zum Fenster oder zur Sitzgruppe zeigt, weil er beides kann. Er braucht dafür einen Radius freier Fläche und einen sehr ebenen Boden, sonst kippelt er.

Bezüge und was sie im Alltag tun

Bouclé bringt Struktur und verzeiht Falten, fängt aber Tierhaare. Samt hat die größte Farbtiefe und ist unempfindlicher als sein Ruf, er will in Strichrichtung abgesaugt werden. Leder wird mit den Jahren schöner und ist der einzige Bezug, der sich reparieren lässt. Dicht gewebte Flachgewebe sind die unauffälligste Wahl und die beste, wenn der Sessel täglich benutzt wird. Ein passender Teppich darunter bindet ihn an den Raum.

Der Sessel im Verhältnis zum Rest

Ein Designsessel wirkt nur, wenn um ihn herum Ruhe ist. Steht er neben einem stark gemusterten Sofa, verlieren beide. Die einfachste Regel: ein auffälliges Stück je Sitzgruppe, der Rest hält sich zurück. Licht kommt von hinten oder seitlich, eine Stehleuchte über die Schulter genügt.

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Designsessel von einem normalen Sessel?

Eine durchgehaltene Formidee. Bei einem Designstück ist die Silhouette der Zweck, die Polsterung folgt ihr. Bei einem gewöhnlichen Sessel ist es umgekehrt.

Ist ein Drehsessel im Wohnzimmer sinnvoll?

Ja, wenn der Raum zwei Blickrichtungen hat, etwa Fenster und Sitzgruppe. Er braucht einen ebenen Boden und rundum etwa 20 Zentimeter freie Fläche.

Welcher Bezug hält am längsten?

Dicht gewebtes Flachgewebe und Leder. Leder ist der einzige Bezug, der sich nacharbeiten lässt statt neu bezogen zu werden.

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