Die Lounge ist die Zone, in der Gäste bleiben, ohne dass sie etwas bestellen müssen. Genau deshalb zahlt sie sich aus: wer sitzt, bestellt irgendwann doch, und wer sich wohlfühlt, kommt wieder. Kaminzimmer, Bibliothek und Clublounge folgen alle derselben Logik, sie unterscheiden sich nur im Grad der Ruhe.
Sitzen, das zum Bleiben einlädt
In der Lounge gilt das Gegenteil der Restaurantregel. Hier sind tiefere Sitzflächen und weichere Polster richtig, weil niemand nach vierzig Minuten aufstehen soll. Sessel mit hoher Rückenlehne bilden für sich genommen schon einen kleinen Raum und funktionieren besonders gut paarweise gegenüber. Ein Sofa an der Wand gibt der Zone einen Rücken, Hocker ergänzen flexibel, wenn eine Gruppe größer wird als geplant. Wichtig ist, dass jede Sitzgelegenheit eine Ablage in Reichweite hat, sonst wandern Gläser auf den Boden.
Zonen bilden statt Fläche füllen
Eine große Lounge wirkt leer, wenn sie als ein einziger Raum möbliert wird. Besser sind mehrere kleine Inseln mit jeweils eigenem Charakter: zwei Sessel am Fenster, eine größere Gruppe um den Kamin, ein Zweiertisch für ein Gespräch. Getrennt werden sie durch Teppiche, Konsolentische mit Rücken zur Nachbarzone, Pflanzgefäße oder Säulen. Diese leichten Grenzen sind wirksamer als Stellwände und lassen sich jederzeit verschieben.
Kaminzimmer und Bibliothek
Wo ein Kamin steht, richtet sich die Möblierung nach ihm aus, nicht nach dem Fenster. Der Sitzabstand zum Feuer liegt bei etwa zwei bis drei Metern, näher wird es unangenehm warm. In der Bibliothek übernimmt die Wand die Hauptrolle: gefüllte Regale, Wandbilder in dichter Hängung oder Bilderrahmen in Gruppen erzeugen die gewünschte Dichte. Eine Stehleuchte neben jedem Lesesessel ist hier Pflicht, Deckenlicht allein macht das Lesen unmöglich.
Akustik, der unterschätzte Faktor
Nichts vertreibt Gäste schneller als eine hallende Lounge. Textilien sind das einfachste Mittel: großflächige Teppiche, Kissen auf Sofas und Bänken, Polstermöbel mit Stoffbezug statt durchgehend Leder. Auch Wandbilder und Regalwände brechen den Schall. Wer die Akustik erst nach der Eröffnung angeht, zahlt doppelt.
Licht für den Abend
Die Lounge lebt vom tiefen Licht. Tischleuchten auf Beistelltischen und Konsolen, Wandleuchten an den Wandflächen und Windlichter auf den Tischen ergeben zusammen eine Stimmung, die kein Deckenlicht erzeugt. Deckenleuchten bleiben trotzdem sinnvoll, aber gedimmt und getrennt geschaltet, damit die Reinigung morgens sehen kann, was sie tut.
Häufige Fragen
Wie richtet man eine große Hotellounge ein, ohne dass sie leer wirkt?
In mehreren kleinen Sitzinseln mit eigenem Charakter statt in einer großen Gruppe. Teppiche, Konsolen und Pflanzgefäße bilden die Grenzen zwischen den Zonen.
Wie bekommt man den Hall aus einer Lounge?
Über Textilien: großflächige Teppiche, Kissen, Stoffbezüge statt durchgehend Leder, dazu Wandbilder und gefüllte Regale. Harte Flächen ohne Textil sind die Hauptursache.
Welchen Abstand hält man zum Kamin?
Etwa zwei bis drei Meter zwischen Sitzgruppe und Feuerstelle. Näher wird es für die Gäste auf der zugewandten Seite unangenehm warm.
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